Einfühlsame, warmherzige Behandlung von Trauer und Familie
Wenig Handlung – für actionorientierte Dark-Romance-Fans zu ruhig
„"Ich sollte auf seine Kinder aufpassen. Niemand hat mich gewarnt, dass ich mich in ihren Vater verlieben würde."“
Mit "Sins of the Devil" startet Ambra Kerr eine neue Dark-Mafia-Romance-Trilogie – die "De Medici Mafia"-Reihe. Anders als man beim Titel vielleicht erwartet, steht hier weniger blutige Kartell-Action im Zentrum als eine emotional aufgeladene Mafiaboss-x-Nanny-Konstellation: ein "Hot Dad", verbotene Anziehung, ein Altersunterschied von zehn Jahren und ein männlicher Protagonist, der zwischen beschützerisch und obsessiv changiert.
Rezensent:innen loben vor allem Ambra Kerrs Schreibstil, der als sehr flüssig und angenehm zu lesen beschrieben wird. Positiv hervorgehoben wird außerdem, dass "Sins of the Devil" eine Mafiageschichte erzählt, die "wirklich mal etwas anderes" sei – im Zentrum stehen nicht nur Macht und Gewalt, sondern auch Liebe, Freundschaft, Treue, Loyalität und Familie. Besonders das Thema Trauer wird laut mehreren Leser:innen einfühlsam behandelt, mit Momenten, die spürbar unter die Haut gehen und dem Buch mehr emotionale Tiefe verleihen, als der reißerische Reihentitel zunächst erwarten lässt.
Genau diese Gefühlsebene – Verlust, Fürsorge, das langsame Aufbauen von Vertrauen zwischen einem gefährlichen Mann und der Frau, die eigentlich nur seine Kinder betreuen sollte – ist es, was "Sins of the Devil" von reinen Action-Mafia-Romanzen unterscheidet. Wer Ambra Kerrs Stil aus "THE SERPENTS" kennt, wird hier einen deutlich ruhigeren, introspektiveren Ton wiederfinden, der stärker auf Beziehungsentwicklung als auf Tempo setzt.
Genau hier setzt aber auch die Kritik an: Mehrere Rezensent:innen bemängeln, dass sich das Buch zwar gut liest, inhaltlich aber wenig passiert – die eigentliche Handlung ließe sich, so eine Stimme, "in vier Sätzen zusammenfassen". Für Leser:innen, die von der Kartell-Wucht der "Serpents"-Reihe kommen, könnte "Sins of the Devil" dadurch phasenweise zu behäbig wirken. Wer dagegen ohnehin eher auf Slow-Burn-Beziehungsdynamik als auf actionreiche Plots steht, dürfte mit genau diesem Tempo gut zurechtkommen.
Wichtig zu wissen: Wie der Titel und die Reihenzugehörigkeit andeuten, verhandelt "Sins of the Devil" durchaus harte Themen – der Altersunterschied und das Machtgefälle zwischen Mafiaboss und Nanny sind zentrale, bewusst gesetzte Spannungsmomente der Handlung, kein Zufallsprodukt. Wer damit grundsätzliche Schwierigkeiten hat, sollte das vorher für sich klären.
Unterm Strich ist "Sins of the Devil" ein solider, emotional warmer Auftakt für alle, die Dark Mafia Romance mit Herz statt nur mit Härte suchen – mit dem Wissen, dass der Fokus klar auf Gefühl statt auf Tempo liegt. Für Fans der bewegenden, familienzentrierten Spielart des Genres eine Empfehlung; für alle, die schnelle Wendungen erwarten, eher ein Buch zum Genießen in kleinen Dosen.
Age Gap (10 Jahre), Machtgefälle, Mafia-Kriminalität, Trauer/Verlust